Obernburg...mit langen Wimpern!

 

Eine Stadtführung kann bekanntlich langweilig sein, es sei denn... man verbindet diese mit einem tollen Wetter, einer historischen Kulisse und einer Prise Spaß mit wunderbaren Menschen.

 

Am 10.Juni war es wieder soweit: der Theaterverein Die Granatsplitter e.V. und die Autorin und freie Journalistin  Ruth Weitz organisierten für die Mömlinger Wanderfreunde eine Stadtführung der besonderen Art. Erzählungen aus dem Lokalgeschehen und nachgespielte Szenen aus dem Stadtführer  „Obernburg mit langen Wimpern“ sorgten für heitere Stunden an einem frühsommerlichen Nachmittag, der dank der himmlischen Hilfe nicht schöner sein konnte.

 

Die Idee hinter dem Gedanken

 

Es war die Idee von Ruth Weitz, mal eine andere Art von Stadtführungen anzubieten, die sich etwas vom üblichen Angebot abhebt.

 

So entwickelte sich der Gedanke, aus Ihrem Stadtführer Szenen und Dialoge zu entwickeln und zu ergänzen, die die Stellung der Frau in den verschiedenen Epochen darstellen sollen.

 

Insgesamt sind vier Szenen entstanden, die die Rolle der Frau in den folgenden Zeiträumen darstellen: Römerzeit, Mittelalter, 18.Jahrhundert und Neuzeit.

 

Mal ist die Frau infolge der Besserstellung des Mannes benachteiligt (Römerzeit), mal muss sie sich dem Willen ihrer Eltern beugen (18.Jahrhundert), mal wird sie aufgrund ihrer Kenntnisse in der Natur- und Heilkunde der Hexerei bezichtigt (Mittelalter), bis sie dann endlich den Weg gehen darf, den Einige als Freiheit bezeichnen (Moderne).

 

Die Stadtführung als Hommage an die Frauenwelt

 

Das Abhalten einer solchen Begehung könnte nur dann als Hommage an die Bedeutung der Frau verstanden werden, wenn diese eben durch eine Frau selbst durchgeführt wird.

 

Dank der Frau Ruth Weitz für ihren  besten Sinne für Erzählungen und dank insbesondere den Mömlinger Wanderfrauen für ihr gewitztes Kontern im Rahmen der vierten Szene – worin unbewusst am Ende sie selbst als Schauspielerinnen auf der Bühne standen – konnte man schließlich ganz entspannt ein Glas Sekt und italienische Musik genießen.

 

Wenn man Wandern als Entspannung sieht und dabei noch  Kultur entdecken möchte, so kann getreu dem Zitat der Schriftstellerin  Elizabeth von Arnim gesagt werden: „ Wandern ist die vollkommenste Art der Fortbewegung, wenn man das wahre Leben entdecken will. Es ist der Weg in die Freiheit.“

 

Möchten auch Sie eine Stadtführung der besonderen Art erleben? Nähere Infos unter www.theaterverein-die-granatsplitter.jimdo.com/obernburger-stadtführungen/  sowie unter der Telefonnummer 06022-263960.

(Erschienen am 19.06.2017 in meine-news.de unter https://www.meine-news.de/obernburg-amain/kultur/obernburgmit-langen-wimpern-d22044.html)

 

Rückkehr an den Ort der Kindheit

75-jährige Magda Bubeck besucht Heimatstadt Obernburg

Obernburg Donnerstag, 30.03.2017 - 12:30 Uhr

»Es hat sich ganz viel ve­r­än­dert«, sag­te Mag­da Bu­beck, als sie nach fast 63 Jah­ren ih­re al­te Hei­mat wie­der be­such­te. Die heu­te 75-Jäh­ri­ge lebt in Fell­bach bei Stutt­gart, hat­te im Al­ter von zwölf Jah­ren mit ih­rer Fa­mi­lie Obern­burg ver­las­sen und seit­dem nicht mehr wie­der­ge­se­hen. »Doch, ein­mal sind wir durch­ge­fah­ren«, er­in­ner­te sie sich. Das sei al­ler­dings schon lan­ge her und viel ge­se­hen ha­be sie da­bei auch nicht.

In der Stadt ihrer Kindheit wurden jetzt viele Erinnerungen wach.
Wunsch erfüllt
Zu ihrem 75. Geburtstag hatte sich die Familie der ehemaligen Obernburgerin etwas Besonderes ausgedacht. Ihr Ehemann Klaus erzählte, wie die Idee entstanden ist: »Wir haben eigentlich alles, und meine Frau hatte immer mal den Wunsch geäußert, den Ort zu besuchen, wo sie ihre Kindheit verbracht hat.« So habe der Familienrat entschieden, ein Wochenende mit ihr in der alten Heimat zu verbringen. Klaus Bubeck setzte nach dieser Erklärung ein breites Lächeln auf und sagte: »Ich bin ganz glücklich, dass die Familie damals von Obernburg weg ist, denn sonst hätte ich mein Mädchen ja nie kennengelernt.«
Organisiert hatten den Wochenendausflug die Kinder der Jubilarin. Sohn Stefan, Rathauschef in Mengen im Kreis Sigmaringen, hatte dabei die Federführung übernommen. Im Internet hatte er auf der Homepage der Theatergruppe Granatsplitter gelesen, dass es Stadtführungen zum Thema »Obernburg mit langen Wimpern« gibt und mit dem Vorsitzenden Andrea Faggiano den Termin vereinbart.
Szenen mit pfiffigen Dialogen
Das Besondere bei dieser Führung mit der ganzen Familie: Drei der Geschichten aus dem Stadtführer wurden szenisch von der Theatergruppe Granatsplitter dargestellt. Die Schauspieler Andrea Faggiano, Katja Zöller, Jasmin Kohl und Kristina Schuran hatten sichtlich Spaß dabei, und die Gäste amüsierten sich köstlich über die pfiffigen Dialoge. Als Abschluss hatte die Theatergruppe einen Sektempfang vorbereitet.
Magda Bubeck erzählte von Streichen aus ihrer Kindheit, die sie und ihre Geschwister anderen gespielt hatten. »An solche Dinge erinnere ich mich sehr genau«, sagte sie und berichtete, dass ihre Schwester damals bei einer Faschingsveranstaltung in der Stadthalle als Gänseliesel aufgetreten war und eine lebende Gans dabei hatte.
Hausverbot für Gans und Liesel
Das Federvieh habe aber eine starke Stoffwechseltätigkeit entwickelt und die Endprodukte in der Stadthalle fallengelassen. »Da wurde meine Schwester samt Gans dann rausgeschmissen«, lachte Magda Bubeck. Ihr Bruder Cornelius, einziger Junge unter den insgesamt fünf Geschwistern, habe mit anderen Buben die Hühner auf dem Hof eines Obernburger Geflügelhalters mit Juckpulver bestreut. »Die Hühner gackerten dann wie verrückt und legten dabei ein Ei!« Allerdings konnte sie sich nicht mehr an den Namen des Hühnerhalters erinnern.
Wohnung über Hypobank
Magda Bubeck, die vor ihrer Eheschließung Müller hieß, erzählte, dass sie im ehemaligen Bezirkskrankenhaus geboren war, wo sich heute das BRK befindet. Bis 1954 lebte sie im Gebäude des ehemaligen Gasthauses Zum Hirschen, wo sich später die Hypobank, dann die erste Möbelausstellung von Spilger befand (siehe Kasten).
»An die Hypobank kann ich mich gut erinnern. Wir hatten darüber unsere Wohnung«, berichtete sie. Sie erinnerte sich auch an die verwandtschaftlichen Verknüpfungen zur Gärtnerei Müller und zum Hotel-Restaurant »Drei Hasen« in Michelstadt. »Aber wir hatten keine Verbindung, unsere Mutter hat kaum etwas erzählt, und es gab keinen Kontakt«, bedauerte sie. Eigentlich wollte sie am Haus der Gärtnerei Müller klingeln, nachdem sie es mit Mühe gefunden hatte: »Aber dann habe ich mich nicht getraut; ich kenne die Leute ja eigentlich nicht.«
Ruth Weitz

„Normalos“ werden zu Plakatstars!

Foto:Fotostudio Anna Hornstein
Foto:Fotostudio Anna Hornstein
Obernburg: Stadthalle | Der Obernburger Theaterverein Die Granatsplitter e.V. führt heuer die Komödie „Geld sucht Geld“ (Autor: Mart Moors)in der Obernburger Stadthalle auf.
Die Premiere wird am Samstag, den 06.Mai 2017 um 19:30 Uhr stattfinden, weitere Aufführungen sind für Freitag, den 12. Mai und Samstag, den 13. Mai – jeweils um 19:30 Uhr – vorgesehen.

Weitere Infos zu den Inhalte unter www.theaterverein-die-granatsplitter.jimdo.com .
Tickets ab dem 13. März 2017 unter www.adticket.de

Die Suche nach dem richtigen Plakatbild...

Das richtige Plakatbild zu finden - passend zu der Geschichte - war nicht ganz einfach.
Kurzer Hand und dank der professionellen Unterstützung der Fotografin Anna Hornstein entstand an einem sonnigen Tag in der Obernburger Altstadt ein Foto, dass an Motive der Dolce-Vita-Hauptstadt Rom erinnert.

Jawohl, es ist geschafft! „Normalos“ werden zu Plakatstars: die Vereinsmitglieder Jasmin Kohl und Alexander Zöller strahlen im Rausch der Gelder, die die Anwohner mit viel Freude regnen ließen.
Eine Vespa, ein Pizzafahrer und die Gewissheit, dass mit Pizza, Amore und Fantasia sich besser leben lässt. Ganz im Sinne des Theaterstücks...

Malte Anders in „Gay for one day!“

Der Frankfurter Kabarettist Malte Anders wird am Freitag, den 05. Mai 2017 – 19:30 Uhr - im Rahmen eines Gastspiels in der Obernburger Stadthalle zu Gast sein.
Was der heutige Mann alles machen und können muss? Attraktiv, klug und humorvoll soll er sein, gepflegt und top-gestylt, dabei darf er seinen genetischen Homo-Erectus-Code nicht verleugnen. Es grenzt ja an ungewollte ... Homosexualität?!?
Malte Anders kehrt mit seiner fulminanten Show zurück ins Rhein-Main-Gebiet und verschafft seinem Publikum einen Blick ans andere Ufer. In einer Mischung aus Comedy und Kabarett verspricht der charmante Durchstarter seinen Gästen mehr als nur einen unterhaltsamen Abend. Homosexualität: Minderheit oder Wirtschaftsfaktor? Anderssein allein ist jedenfalls nicht Maltes Thema. Von gesellschaftlichen Alltagsthemen inspiriert findet er zu einem neuen Lifestyle, der praktisch alles hinterfragt. Was läuft schief bei Barbie und Ken? Was hat das Homo-Gen mit Gardinen zu tun? Und was hat das Tamagotchi mit dem demographischen Wandel zu tun? Als selbsternannter Coach räumt Malte mit altbekannten Klischees auf, zieht neue Schlüsse und präsentiert eine schwule Leitkultur, von der jeder profitieren kann. Dieses Programm passt in keinen Schubladenschrank und macht garantiert nicht schwul ...
(AF, 27.02.2017 - in meine-news.de erschienen)